Sie waren gefürchtet. Fürchteten sich um ihre Pferde, ihre Wildheit und die schiere Geschwindigkeit ihrer Raubzüge durch die eurasische Steppe.

Die Skythen hinterließen keine Schrift. Keine großen Bibliotheken. Nur Körper. Viele von ihnen sind in Hügeln, die Kurgans genannt werden, aufgestapelt, goldglänzend und in Leder gehüllt, das noch die Spuren ihrer Tätowierungen trägt.

Griechische Schriftsteller wie Herodot schwatzten jahrhundertelang über sie. Sie sprachen von amazonischen Kriegerinnen, die an der Seite der Männer kämpften. Sie schrieben über Tätowierungen. Von Tiermotiven, die in Schmuckstücke eingraviert sind, die eine Stadt lohnen könnten.

Aber waren sie wirklich egalitär? Waren unter dem Himmel alle Krieger gleich?

Oder war es eine Familienangelegenheit?

Eine neue Studie, die am 3. Juli in Science Advances veröffentlicht wurde, sequenziert die DNA von 85 Körpern aus der Eisenzeit. Die Antwort ist ja. Es war eine Familienangelegenheit. Ein großes.

Die Blutlinie ist wichtig

Forscher untersuchten Skelette von 20 verschiedenen Standorten aus der Zeit zwischen 900 und 020 v. Chr. Zu diesem Zeitpunkt begannen die Graslandnomaden, sich anders zu organisieren. Davor waren die sozialen Strukturen unschärfer. Um 900 v. Chr. Ungleichheit kristallisierte sich heraus.

Das Team sequenzierte 38 Elite-Spieler. Das waren die großen Bestattungen. Goldwaffen. Reichhaltige Ware. Sie sequenzierten 47 Nicht-Eliten. Kleine Gräber. Wenig Besitztümer.

Die Lücke war biologischer Natur.

Elite-Individuen waren 11-mal stärker miteinander verwandt als mit irgendjemandem außerhalb der Gruppe. Das ist kein Zufall. Das ist eine herrschende Klasse.

Zwei leibliche Brüder tauchten auf. Meilenweit voneinander entfernt begraben und doch genetisch miteinander verbunden. Ein Bruder und eine Schwester. Ein Elternteil und ein Kind. Sogar Großväter wurden in der Nähe ihrer Enkel begraben. Sie waren nicht nur mächtig; sie waren Verwandte.

„Es ist möglich, dass dies auf einen gewissen Grad … einer geografischen Zentralisierung hindeutet …“, sagte Ainash Childebayea, ein genetischer Anthropologe von der UT Austin, gegenüber WordsSideKick.com. „In Sibirien gibt es ein Gebiet … das viele große Hügel enthält … die wahrscheinlich zur Elite gehören.“

Nicht-Eliten wurden verstreut. Elite-Verwandte hielten zusammen oder waren zumindest in Reichweite ihresgleichen. Eine zentralisierte Machtbasis, aufgebaut auf Blut.

Auch Frauen gewannen Gold

Haben Frauen gekämpft? Haben sie regiert?

Alte Texte sagen ja. Die moderne Genetik bestätigt dies.

Fast die Hälfte der Elite-Stichproben in dieser Studie waren weiblich. Nicht peripher. Nicht zweitrangig. Elite.

Ayshin Ghalichi vom Max-Planck-Institut weist darauf hin, dass es sich hierbei nicht nur um bloße Präsenz handelt. Es ist Status. Frauen hatten in der skythischen Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Praktisch gleich. Der Amazonas-Mythos könnte doch ein Körnchen Wahrheit enthalten, das unter Jahrhunderten der Romantisierung verborgen war.

Das Geheimnis des „Goldenen Mannes“

Manche Rätsel wehren sich hartnäckig gegen eine Lösung. Wie der Goldene Mann.

Gefunden 1969, Kasachstan. Ein Teenager. Siebzehn Jahre alt, knochenmäßig. Begraben mit über 4.000 Goldgegenständen. Eine silberne Schale mit einer nicht entzifferten Schrift.

Er – traditionell wurde angenommen, dass er ein „er“ sei, obwohl die Knochen lügen – wurde zum Symbol der kasachischen Identität. Ein mächtiger männlicher Kriegerprinz.

Die DNA war endlich da. Geringe Abdeckung, aber aussagekräftig.

Genetisch gesehen war der Goldene Mann mit ziemlicher Sicherheit männlich.

Aber hier ist die Wendung. Die DNA zeigte keine Verwandtschaft zu anderen untersuchten Personen. Ein Isolat? Oder endete dort seine Familienlinie?

Sein Alter sagt alles. Siebzehn. Tot jung, begraben im Schoß des Luxus. Der Status wurde nicht im Sattel erworben. Es wurde vererbt.

Ein einjähriger Enkel, der neben seinem Großvater in einem Elite-Kurgan begraben liegt, sagt dasselbe. Du bist reich geboren. Du bist reich begraben. Die Ungleichung von 900 v. Chr. blieb bestehen.

Keine ordentliche Verbeugung

Die Steppe war also kein Wilder Westen voller freier Seelen. Es gab Hierarchien. Dynastien. Altes Geld.

Die Griechen sahen Chaos. Die Knochen sehen Struktur.

Bedeutet das, dass das Kriegerethos eine Fassade war? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Du kannst hart für deinen Onkel fahren.

Die Skythen verschwanden um 200 v. Chr., besiegt und absorbiert. Ihre DNA bleibt erhalten. Ihre Mumien reden jetzt, aber sie bestätigen nur, was die Archäologie vermutet hat: Die Macht bleibt in der Familie.

Wir glauben, dass wir die Geschichte aufgrund dessen kennen, wer sie geschrieben hat. Aber Schmutz birgt Geheimnisse besser. Was behalten sie sonst noch?

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