Chirurgen der Northwestern University führten ein bahnbrechendes Verfahren durch und hielten einen schwerkranken Patienten mithilfe eines totalen künstlichen Lungensystems (TAL) 48 Stunden lang ohne Lunge am Leben. Dies ermöglichte es dem Patienten, eine doppelte Lungentransplantation zu erhalten, was eine potenzielle Veränderung in der Behandlung schwerer Ateminsuffizienz bedeutet.

Der Fall: Schnelles Lungenversagen

Im Frühjahr 2023 entwickelte ein 33-jähriger Mann ein grippebedingtes Lungenversagen, das schnell zu Lungenentzündung, Sepsis und akutem Atemnotsyndrom (ARDS) eskalierte. Seine Lungen verschlechterten sich so sehr, dass sie sich nicht mehr erholten, und selbst eine Antibiotikabehandlung erwies sich als wirkungslos.

Der Standardansatz der mechanischen Beatmung würde nicht funktionieren, da die Lunge die Ursache des Problems sei. Die Entfernung beider Lungenflügel (bilaterale Pneumonektomie) würde in der Regel zu einer Herzinsuffizienz aufgrund einer gestörten Durchblutung führen. Der Patient stand so oder so vor dem sicheren Tod.

Die Komplettlösung für künstliche Lungen

Um dies zu umgehen, verwendete das Operationsteam ein TAL-System – ein externes Gerät, das das Blut mit Sauerstoff anreichern soll, als ob Lungen vorhanden wären. Dieses TAL-System wurde durch zwei Blutflusskanäle und einen flussadaptiven Shunt verbessert, der den Blutfluss stabilisiert und das Herz schützt.

Das Gerät reichte aus, um den Patienten lange genug am Leben zu halten, damit sich sein Körper von der Erstinfektion erholen und für eine Lungentransplantation lebensfähig werden konnte. Nachdem die geschädigten Organe entfernt worden waren, begann die Genesung.

Jenseits der konventionellen Weisheit

Das medizinische Team bestätigte durch molekulare Analyse, dass die Lunge des Patienten nicht mehr zu retten war. Aufgrund der schweren Narbenbildung und der Immunschädigung war eine Transplantation die einzige Lösung. Dies stellt eine Abkehr von der derzeitigen Praxis dar, bei der schweres ARDS normalerweise mit langfristigen lebenserhaltenden Maßnahmen behandelt wird, in der Hoffnung, dass sich die Lunge erholt.

„Derzeit denken die Leute, wenn man an schwerem ARDS erkrankt, muss man sie weiter unterstützen und letztendlich wird es der Lunge besser gehen.“
– Ankit Bharat, Thoraxchirurg

Der Patient erhielt eine Spenderlunge und hat sich seitdem vollständig erholt. Der Erfolg dieses Verfahrens legt nahe, dass eine Lungentransplantation bei akutem, irreversiblem Atemversagen früher in Betracht gezogen werden könnte.

Implikationen für die zukünftige Behandlung

Während TAL-Systeme derzeit auf spezialisierte Zentren beschränkt sind, könnten die hier angewandten Innovationen – das verbesserte Blutflussmanagement – in Standardgeräte integriert werden. Dies würde den Ansatz zugänglicher machen und möglicherweise Leben retten. Der Fall zeigt eine Lücke im medizinischen Denken auf: Schwere Lungenschäden durch Infektionen werden oft mit längerer Unterstützung behandelt, obwohl eine Transplantation eine praktikable, lebensrettende Option sein könnte.

Die Fähigkeit, einen Patienten ohne Lunge fast zwei Tage lang am Leben zu halten, zeigt, dass aggressive Interventionen – einschließlich der frühzeitigen Erwägung einer Transplantation – dort erfolgreich sein können, wo herkömmliche Methoden versagen.

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