Douglas Osheroff wurde am 1. August 1945 in Aberdeen, Washington, geboren. Er wuchs nicht mit dem Plan auf, Quantenmechanik zu studieren. Er mochte einfach die Physik. Diese Neugier führte ihn schließlich zum Kern der Tieftemperaturwissenschaft. Es brachte ihm auch einen Platz unter den berühmtesten Physikern seiner Generation ein.

1996 erhielt Osheroff gemeinsam den Nobelpreis für Physik. Er hat es nicht alleine gewonnen. Er teilte sich die Ehre mit David Lee und Robert Richardson. Das Trio erhielt die Auszeichnung für eine einzige, umwerfende Entdeckung. Sie fanden Superfluidität in Helium-3.

Die meisten Menschen denken bei Helium an das Gas, das Ballons zum Schweben bringt. Es ist leicht. Es ist träge. Es ist langweilig. Aber Helium-3 ist anders. Es ist ein seltenes Isotop. Es verhält sich auf eine Weise, die der alltäglichen Logik widerspricht. Wenn es auf nahezu den absoluten Nullpunkt abgekühlt wird, verhält es sich nicht mehr wie eine normale Flüssigkeit. Es wird zu einem Superfluid.

Das Geheimnis der Superfluidität

Bei Superfluidität geht es nicht nur darum, reibungslos zu fließen. Es geht darum, ohne Widerstand zu fließen. Stellen Sie sich vor, Sie gießen Honig ein. Es zieht sich. Es entsteht Reibung. Stellen Sie sich nun vor, Sie gießen Wasser so perfekt durch ein Rohr, dass es nie langsamer wird. Das ist Superfluidität.

Osheroff, Lee und Richardson haben dies nicht nur beobachtet. Sie haben bewiesen, dass es in Helium-3 passiert ist. Das war riesig. Helium-4 war bereits als Superflüssigkeit bekannt. Aber Helium-3? Niemand hat damit gerechnet, dass es sich so verhält. Es ist ein Fermion. Fermionen bilden normalerweise keine Paare. Sie kondensieren nicht. Sie werden nicht zu Superflüssigkeiten. So lautet zumindest die Theorie.

Das Team zeigte, dass die Theorie falsch war. Oder unvollständig. Sie bewiesen, dass sich Helium-3-Atome paaren können. Sie verhielten sich wie Cooper-Paare. Diese Paare sind die gleichen, die auch in Supraleitern vorkommen. Aber sie in einer Flüssigkeit zu sehen? Das war neu. Das war bahnbrechend.

Warum das über das Labor hinaus wichtig ist

Sie fragen sich vielleicht, warum sich irgendjemand für flüssiges Helium-3 interessiert. Die Antwort ist einfach. Es geht darum, Materie zu verstehen. Quantenmechanik ist nicht nur abstrakte Mathematik. Es beschreibt, wie das Universum auf seinen kleinsten Skalen funktioniert.

Die Supraflüssigkeit in Helium-3 öffnete Türen zu anderen Bereichen. Es half den Physikern, Hochtemperatur-Supraleiter zu verstehen. Es gab Hinweise auf Neutronensterne. Diese dichten Sternreste könnten supraflüssige Materie enthalten. Wenn wir es in einem Labor modellieren können, können wir es auch im Weltraum modellieren.

Osheroffs Arbeit ebnete auch den Weg für bessere Quantensensoren. Diese Geräte erkennen winzige Veränderungen der Schwerkraft oder des Magnetfelds. Sie werden in allen Bereichen eingesetzt, von der Mineralienexploration bis zur Navigation. Die Prinzipien begannen mit einem Glas Helium-3, das auf einen Bruchteil eines Grads über dem absoluten Nullpunkt gekühlt wurde.

Die menschliche Seite der Entdeckung

Osheroff war kein einsames Genie. Er arbeitete in Teams. Zusammenarbeit war der Schlüssel. Lee und Richardson waren nicht nur Co-Gewinner. Sie waren wesentliche Teile des Puzzles. Der Nobelpreis hebt oft Einzelpersonen hervor, aber Wissenschaft ist selten ein Alleingang.

Die Entdeckung dauerte Jahre. Es erforderte Geduld. Es erforderte ein Scheitern. Es erforderte die Abkühlung von Dingen auf Temperaturen, die kälter als der Weltraum waren. Aber die Auszahlung hat sich gelohnt. Ein neuer Zustand der Materie. Eine neue Art, darüber nachzudenken, wie Teilchen interagieren.

Der He-3-Durchbruch in Cornell

David Osheroffs Weg zu einer großen Entdeckung der Physik begann im Klassenzimmer und endete in einem Kryolabor. Er erwarb 1967 seinen Bachelor-Abschluss am Caltech. Anschließend zog er nach Ithaca, New York, um an der Cornell University zu promovieren. Dort arbeitete er 1972 zusammen mit Lee und Richardson in ihrem Tieftemperaturlabor.

Sie untersuchten Helium-3. Die Bedingungen waren extrem. Die Probe lag nur wenige Tausendstel Grad über dem absoluten Nullpunkt. Das sind −273° Celsius. Das Team suchte nach subtilen Veränderungen im Verhalten der Flüssigkeit.

Osheroff entdeckte etwas, das anderen vielleicht entgangen wäre. Minutenlange Sprünge im Innendruck. Kleine Abweichungen. Er machte sie darauf aufmerksam.

Das Team hat tiefer gegraben. Sie erkannten, dass Helium-3 seinen Zustand änderte. Es war zu einer Superflüssigkeit geworden. Das ist nicht nur eine kalte Flüssigkeit. Es handelt sich um einen Phasenübergang, bei dem Atome ihre Zufälligkeit verlieren. Sie bewegen sich im Gleichschritt. Koordiniert.

„Eine solche Substanz besitzt keine innere Reibung, fließt ohne Widerstand und verhält sich nach quantenmechanischen Gesetzen.“

Das ist wichtig. Die klassische Strömungsmechanik konnte es nicht erklären. Die Quantenmechanik könnte. Zum ersten Mal konnten Wissenschaftler Quanteneffekte in einem makroskopischen System beobachten. Für das Auge sichtbar. Zuvor waren diese Effekte im Inneren von Molekülen oder subatomaren Teilchen verborgen. Man musste sie indirekt ableiten. Jetzt können Sie beobachten, wie sie in größerem Maßstab geschehen.

Von Cornell zu Bell Labs

Die Entdeckung blieb nicht an der Universität. Osheroff wechselte 1972 zu den Bell Telephone Laboratories. Dort blieb er ein Jahrzehnt. Ab 1982 leitete er die Abteilung Festkörper- und Tieftemperaturforschung. Er leitete diese Bemühungen bis 1987.

Nach den Bell Labs nahm er eine Lehrtätigkeit an der Stanford University an. Die Arbeit ging weiter. Das Verständnis von Quantensystemen in der Massenmaterie wurde vertieft. Und die Auswirkungen auf Technologie und Theorie nahmen immer mehr zu.

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