Sie atmen. Unter Wasser. Dank eines winzigen, maßgeschneiderten Taucheranzugs.

Hier geht es nicht nur darum, dass die Schädlingsbekämpfung verrückt geworden ist. Es ist ein Schritt in Richtung Cyborg-Schwärme, die den Mars erkunden könnten. Oder Überschwemmungsgebiete. In beiden Umgebungen mangelt es an Dingen, die die meisten Lebensformen zum Überleben benötigen.

Hirotaka Sato leitet das Team an der Nanyang Technological University. Singapur ist ihre Heimatbasis. Sie haben erstmals im Jahr 2021 bewiesen, dass man aus Madagaskar zischende Kakerlaken steuern kann. Elektrische Implantate wurden in Sinnesorgane namens Cerci eingesetzt. Dann trafen sie 20 Insekten. Die Koordination hat funktioniert. Der Schwarm bewegte sich als Einheit.

Ingenieure hassen es, winzige Roboter zu bauen. Es ist schwierig, die Natur in diesem Maßstab nachzubilden. Reflexe sind chaotisch. Das Ausweichen vor Hindernissen erfordert Intuition. Die Batterien sind schnell leer. Kakerlaken? Sie haben das alles eingebaut. Effiziente Fortbewegung. Echter Treibstoff. Gebaut für den Katastrophenschutz.

Aber bei Katastrophen geht es oft um Wasser. Es kommt zu Überschwemmungen. Sato gefiel diese Grenze nicht. Also hat sein Team das Problem behoben.

Kakerlaken atmen durch Löcher, die Spirakel genannt werden, auf ihrem Rücken und ihrer Brust. Wasser dringt in das Loch ein, die Plötze ertrinkt. Einfache Physik. Das Team druckte eine wasserdichte Harzhülle. Es bedeckt die Bauchspiralen. Schläuche laufen nach vorne. Sie sind direkt mit den Brustspiralen verbunden. Wenn sie den gesamten Oberkörper bedecken würden, würden die Beine stecken bleiben. Mechanik ist wichtig.

Hier gibt es keine Sauerstoffflaschen. Zu schwer. Zu sperrig.

Stattdessen? Wasserstoffperoxid gemischt mit Mangandioxid. Es kommt zu einer chemischen Reaktion. Wasserstoff zerfällt. Sauerstoff sprudelt heraus. Das Insekt atmet. Es funktioniert drei Stunden lang. Die Tiefe beträgt fünfzig Zentimeter.

Fünf Testpersonen. Alles gesund. Drei Tage später. Gehe immer noch. Keine Nebenwirkungen.

Geschwindigkeit? An Land erreichten sie eine Geschwindigkeit von 87,5 mm pro Sekunde. Unter Wasser sank dieser Wert auf 78,4. Ein langsamer, aber vernachlässigbarer Verlust. Sie bewegten sich auf natürliche Weise. Überraschenderweise.

Sato denkt jetzt groß. Der Weltraum ist das Ziel. Vakuumbedingungen. Strahlung. Extreme Kälte und Hitze. Er will die Anzüge gegen diese Kräfte testen.

„Es ist sozusagen ein Schritt … hin zu Raumanzügen für Cyborg-Insekten.“

Warum sich die Mühe machen?

Denn Roboter brauchen Strom. Viel davon. Alan Winfield von der University of West England sagt, Energie sei immer das Problem. Nochmals Energie und Energie. Winzige Batterien sind schnell leer. Eine Kakerlake frisst. Es sucht nach Futter. Es funktioniert unbegrenzt ohne Ladegerät.

Aber es gibt einen Haken. Raumfahrtagenturen könnten in Panik geraten. Das Senden von Erdwanzen zum Mars birgt das Risiko einer Kontamination. Mikroben nehmen eine Fahrt mit. Planetenschutzvorschriften könnten dies blockieren.

Bedeutet das, dass wir bei den Erdanwendungen bleiben?

Wahrscheinlich vorerst. Umweltüberwachung braucht Augen, die unter Wasser gehen können. Lang anhaltende. Selbstversorgt. Effizient. Die Technik ist bereit. Die Biologie ist fertig.

Wir müssen nur entscheiden, wohin wir sie zuerst schicken.

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