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Jenseits der physischen Mimikry: Affen navigieren allein durch Gedanken durch virtuelle Welten

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Forscher haben einen bedeutenden Meilenstein in der Brain-Computer-Interface-Technologie (BCI) erreicht: Rhesusaffen haben sich erfolgreich durch komplexe virtuelle Umgebungen bewegt und dabei ausschließlich ihre neuronalen Signale genutzt. Im Gegensatz zu früheren Methoden, bei denen Probanden bestimmte körperliche Bewegungen nachahmen mussten, greift dieser neue Ansatz auf die übergeordneten Planungszentren des Gehirns zu und revolutioniert möglicherweise die Art und Weise, wie Menschen mit Lähmungen mit der Welt interagieren.

Der Durchbruch: Über das „Bewegen der Ohren“ hinaus

Die traditionelle BCI-Technologie basiert oft auf einem Prozess der physischen Substitution. Beispielsweise könnte ein Benutzer gebeten werden, sich vorzustellen, wie er einen bestimmten Finger bewegt, um einen Cursor auf einem Bildschirm zu bewegen. Wie der Forscher Peter Janssen von der KU Leuven feststellt, empfinden viele Benutzer diesen Vorgang als unintuitiv – und vergleichen ihn mit dem frustrierenden Gefühl, „die Ohren zu bewegen“. Es handelt sich um eine fremdartige Aufgabe, die immense geistige Anstrengung und lange Trainingszeiten erfordert.

Die von Janssen geleitete Studie ändert dieses Paradigma, indem sie auf verschiedene Bereiche des Gehirns abzielt. Das Team implantierte drei Rhesusaffen hochdichte Elektrodenanordnungen (jeweils 96 Elektroden) in drei verschiedenen Regionen:
Der primäre motorische Kortex: Der Bereich, der für die Ausführung körperlicher Bewegungen verantwortlich ist.
Die dorsalen und ventralen prämotorischen Kortizes: Bereiche, von denen angenommen wird, dass sie an der abstrakten Planung** der Bewegung beteiligt sind.

Durch die Nutzung dieser „Planungs“-Zentren wollen die Forscher die Absicht einer Bewegung erfassen und nicht nur den mechanischen Befehl einer Muskelzuckung.

Vielseitigkeit in einer virtuellen Umgebung

Die Auswirkungen dieser „absichtsbasierten“ Kontrolle wurden anhand mehrerer immer komplexer werdender Aufgaben demonstriert. Mithilfe eines KI-Modells zur Interpretation elektrischer Signale konnten die Affen Folgendes tun:
1. Steuern Sie eine Kugel, die sich aus einer festen Perspektive über eine 2D-Landschaft bewegt.
2. Manövrieren Sie animierte Avatare aus der Perspektive einer dritten Person, ähnlich wie bei modernen Videospielen.
3. Navigieren Sie durch virtuelle Gebäude, einschließlich der komplexen Aufgabe, sich von Raum zu Raum zu bewegen und Türen zu öffnen.

Andrew Jackson von der Newcastle University hob den beeindruckendsten Aspekt dieser Ergebnisse hervor: kontextuelle Flexibilität. Die Affen könnten dieselben neuronalen Befehle über verschiedene Perspektiven und Umgebungen hinweg anwenden. Dies deutet darauf hin, dass das BCI eine „universelle“ Bewegungssprache im Gehirn erschlossen hat, ähnlich wie ein Mensch mit einem Standard-Gamecontroller viele verschiedene Arten von Spielen spielen kann, ohne neu lernen zu müssen, wie man das Gerät hält.

Von Primaten zur menschlichen Anwendung

Obwohl die Ergebnisse bahnbrechend sind, erfolgt der Übergang zur menschlichen Nutzung nicht unmittelbar. Die größte Herausforderung liegt in der neuroanatomischen Präzision. Obwohl wir den motorischen Kortex gut verstehen, variieren die genauen Grenzen der übergeordneten Planungsbereiche je nach Art und Individuum.

„Es ist ein wenig Arbeit nötig, um genau zu wissen, wo ein Mensch implantiert werden soll, da viele dieser Bereiche beim Menschen nicht sehr gut bekannt sind“, erklärt Janssen.

Sobald diese genauen Standorte kartiert sind, sind die potenziellen Vorteile für gelähmte Menschen enorm. Anstatt sich mit der Beherrschung klobiger, Bewegungen nachahmender Benutzeroberflächen abmühen zu müssen, könnten Benutzer:
Navigieren Sie durch virtuelle Welten zur Erholung oder sozialen Interaktion.
Steuern Sie Elektrorollstühle durch intuitive, gedankengesteuerte Bewegungen.
Interagieren Sie natürlicher mit digitalen Schnittstellen und reduzieren Sie so die kognitive Belastung, die für die Bedienung unterstützender Technologien erforderlich ist.

Fazit

Indem sie auf die abstrakten Planungszentren des Gehirns und nicht nur auf seine motorischen Ausführungszonen abzielen, sind Forscher der Schaffung von BCIs näher gekommen, die sich wie natürliche Erweiterungen des Geistes anfühlen. Dieser Wandel vom „Nachahmen von Bewegungen“ zum „Ausdrücken von Absichten“ könnte Menschen mit Mobilitätseinschränkungen letztendlich eine viel nahtlosere und intuitivere Möglichkeit bieten, sich sowohl in der digitalen als auch in der physischen Realität zurechtzufinden.

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