Gerard K. O’Neill ist kein typischer Akademiker. Obwohl er 1927 in Brooklyn geboren wurde und 1992 in Kalifornien starb, deutet sein Lebensverlauf darauf hin, dass er in der Zukunft lebte, während seine Altersgenossen noch versuchten, die Gegenwart zu verstehen. Er war ein amerikanischer Physiker, der zwei Dinge tat, die scheinbar nichts miteinander zu tun hatten. Er erfand ein Gerät, das uns half, die Bestandteile der Materie zu verstehen. In seinen späteren Jahren überzeugte er Menschen davon, ihr gesamtes Leben in den Weltraum zu verlegen.
Er besuchte das Swarthmore College und erhielt seinen Ph.D. Er promovierte 1954 an der Cornell University und besuchte anschließend die Princeton University. Seine Forschung dort war mehr als nur theoretisch. Teilchenbeschleuniger stärker schlagen lassen. Das größte Problem war damals die Energieerzeugung. O’Neill löste dieses Problem mit einem Kollisionsstrahl-Speicherring.
So funktioniert es: Anstatt die Partikel auf ein stationäres Ziel zu schleudern, platzierte er sie in einer Ringkammer. Sie bewegen sich in entgegengesetzte Richtungen. Wenn sie kollidieren, wird eine große Menge Energie freigesetzt.
Er theoretisiert nicht nur darüber. Er baute es zusammen mit Wolfgang Panofsky an der Stanford University. 1959 bauten sie an der Stanford University zwei solcher Speicherringe. Es hat funktioniert. Diese Technologie wurde schnell in Hochenergieanlagen auf der ganzen Welt übernommen. Dank O’Neills Ringdesign wissen wir heute über subatomare Teilchen Bescheid.
Hohe Grenze und Weltraumkolonisierung
Doch Ende der 1960er Jahre hatte sich O’Neills Denkweise geändert. Er hörte auf, auf die Atome hinunterzuschauen, und begann, zu den Sternen aufzublicken. Insbesondere beobachtete er die Lücke zwischen Erde und Mond.
Er stellt eine einfache, aber grundlegende Frage. Warum leben wir auf einem zunehmend besiedelten und verschmutzten Planeten?
Seine Antwort war ein riesiger versiegelter Zylinder. Die Länge beträgt 1 Kilometer. Es dreht sich, um künstliche Schwerkraft zu erzeugen. gebaut aus Materialien, die vom Mond abgebaut wurden. Angetrieben durch Solarenergie. Es befindet sich an einem stabilen Punkt im Weltraum, weit entfernt von der Schwerkraft der Erde.
In seinem 1978 erschienenen Buch „The High Frontier“ legte er diesen Plan dar. Er glaubte, dass diese Weltraumkolonien die einzig gangbare Lösung für die Erdkrise seien. Überbevölkerung? Verlasse die Erde. Mangel an Energie? Baue große Solarpaneele im Weltraum. Verschmutzung? Lassen Sie die schmutzigen Fabriken hinter sich.
Kritiker nannten es die Fantasie eines Träumers. O’Neill nannte es eine Überlebensstrategie.
Er glaubt, dass Menschen in diesen Lebensräumen unbegrenzt überleben können. Sie werden zu unabhängigen Ökosystemen. Sie werden zu Städten im Nichts.
Als O’Neill starb, dachte er bereits über seine nächste große Idee nach. Er arbeitete an einem Hochgeschwindigkeitsfahrzeug. Es nutzt Magnetismus, um sich im Vakuum zu bewegen. Keine Reibung. Es gibt keinen Luftwiderstand. Es handelt sich um einen rein magnetischen Antrieb.
Er starb, bevor er seinen Traum vom Weltraum verwirklichen konnte. Die Technologie, den Mond in großem Maßstab abzubauen, existiert nicht. Die Ökonomie war unmöglich. Die Politik war nicht existent.
Aber die Ideen blieben hängen. Wenn jemand über den Bau von Lebensräumen auf dem Mars oder in der Mondumlaufbahn spricht, erinnert er an O’Neill. Er zeigte, dass der Weltraum mehr ist als ein Ort, an dem Flaggen und Fußabdrücke angebracht werden. Es war ein























