Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Art und Weise, wie und wann ältere Erwachsene ein Nickerchen machen, ein wichtiger Indikator für ihre allgemeine Gesundheit und Langlebigkeit sein kann. Eine Langzeitstudie hat ergeben, dass übermäßiges, häufiges oder frühmorgendliches Nickerchen eng mit einem erhöhten Sterblichkeitsrisiko verbunden ist.

Die Studie: Über die Selbstberichterstattung hinaus

Während sich viele frühere Studien zum Schlaf auf die eigenen Erinnerungen der Teilnehmer stützten (die ungenau sein können), nutzte diese Forschung objektive Daten. Forscher von Mass General Brigham und dem Rush University Medical Center untersuchten über einen Zeitraum von 19 Jahren 1.338 ältere Erwachsene.

Um die Genauigkeit zu gewährleisten, trugen die Teilnehmer Aktivitätsmonitore am Handgelenk, um ihre Ruhe-Aktivitäts-Zyklen präzise aufzuzeichnen. Dies ermöglichte es dem Team, über allgemeine Beobachtungen hinauszugehen und spezifische Kennzahlen zu analysieren:
* Dauer: Wie lange jedes Nickerchen dauerte.
* Häufigkeit: Wie oft hat eine Person pro Tag geschlafen?
* Zeitpunkt: Zu welcher Tageszeit fanden die Nickerchen statt.

Wichtige Erkenntnisse und Risikofaktoren

Die in JAMA Network Open veröffentlichte Studie identifizierte drei spezifische Nickerchenmuster, die mit einem höheren Sterberisiko korrelieren:

  1. Längere Nickerchen: Mit jeder weiteren Stunde, die man tagsüber mit Nickerchen verbrachte, erhöhte sich das Sterblichkeitsrisiko um etwa 13 %.
  2. Häufiges Nickerchen: Jedes zusätzliche Nickerchen pro Tag war mit einem Anstieg des Sterblichkeitsrisikos um 7 % verbunden.
  3. Morgenschläfchen: Am bemerkenswertesten ist vielleicht, dass Personen, die morgens ein Nickerchen machten, einem 30 % höheren Risiko ausgesetzt waren als diejenigen, die nachmittags ein Nickerchen machten.

Interessanterweise ergab die Studie, dass die Variabilität des Nickerchen-Timings (wie sehr sich der Zeitplan von Tag zu Tag änderte) offenbar keinen Einfluss auf die Sterblichkeitsrate hatte.

Korrelation vs. Kausalität: Was das für die Gesundheit bedeutet

Es ist wichtig zu verstehen, dass das Nickerchen an sich möglicherweise nicht die Todesursache ist. Stattdessen fungiert übermäßiges Nickerchen wahrscheinlich als „rote Flagge“ für andere zugrunde liegende Probleme.

Wie der Hauptautor Dr. Chenlu Gao erklärt, sind diese Muster wahrscheinlich Symptome von:
* Neurodegeneration (wie Alzheimer oder andere kognitive Beeinträchtigungen).
* Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
* Zirkadiane Dysregulation (Störungen der inneren Uhr des Körpers).
* Chronische Grunderkrankungen.

„Unsere Studie ist eine der ersten, die einen Zusammenhang zwischen objektiv gemessenen Nickerchenmustern und Sterblichkeit zeigt … was darauf hindeutet, dass die Verfolgung von Nickerchenmustern einen immensen klinischen Wert hat, um gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen.“ — Dr. Chenlu Gao, Mass General Brigham

Warum das wichtig ist

Diese Forschung verschiebt die Diskussion von der Betrachtung des Nickerchens als einfache Wahl des Lebensstils hin zur Betrachtung als klinische Messgröße. Wenn Nickerchenmuster eine Verschlechterung der Gesundheit vorhersagen können, könnten Ärzte möglicherweise tragbare Technologie zur Überwachung des Schlafverhaltens als nicht-invasive Methode zur Früherkennung von Krankheitszeichen einsetzen.


Schlussfolgerung: Während gelegentliche Nickerchen normal sind, können häufige und lange Nickerchen – insbesondere am Morgen – bei älteren Erwachsenen auf zugrunde liegende physiologische oder neurologische Probleme hinweisen. Die Überwachung dieser Muster bietet einen potenziellen neuen Weg für frühzeitige medizinische Intervention und Krankheitsprävention.