Seit Jahrhunderten widersetzt sich das Voynich-Manuskript – ein bizarres, illustriertes Buch voller unleserlichem Text – allen Übersetzungsversuchen. Jetzt schlägt eine neue Studie eine historisch plausible Chiffre vor, die die Struktur des Manuskripts erklären könnte und die Theorie untermauert, dass es sich um eine geschickt getarnte Botschaft in einer bekannten Sprache handeln könnte.

Das Rätsel bleibt bestehen

Das nach dem Antiquar Wilfrid Voynich benannte Manuskript ist ein kleines, 240 Seiten starkes Buch aus dem frühen 15. Jahrhundert. Seine Seiten enthalten botanische und wissenschaftliche Zeichnungen in leuchtenden Farben, aber es ist der Text, der Forscher fasziniert und frustriert hat. Drei Haupthypothesen haben die Debatte dominiert: Entweder ist das Manuskript bedeutungsloses Kauderwelsch, eine künstliche Sprache oder ein Chiffretext, der eine echte Sprache wie Latein, Italienisch oder Deutsch verbirgt.

Die Naibbe-Chiffre: Eine mögliche Lösung

Der unabhängige Forscher Michael Greshko entwickelte die „Naibbe“-Chiffre – benannt nach einem italienischen Kartenspiel aus dem 14. Jahrhundert –, um die Chiffretext-Theorie zu testen. Diese Chiffre ordnet Buchstaben aus dem Lateinischen oder Italienischen mehreren Glyphen im Alphabet des Voynich-Manuskripts zu und erstellt so einen Text, der die statistischen Eigenschaften des Manuskripts nachahmt.

Der Schlüssel liegt in seiner Einfachheit: Die Chiffre könnte mit Materialien ausgeführt worden sein, die im frühen 14. Jahrhundert in Europa verfügbar waren. Greshko erstellte zwei Versionen: eine mit einem 78-Karten-Tarotdeck und eine andere mit einem Standard-52-Kartendeck. Beide waren zu dieser Zeit in Europa im Einsatz, wobei die Spielkarten selbst über Handelsrouten aus dem Mamluk-Sultanat kamen. Vor allem Venedig hatte in dieser Zeit eine florierende Kartenindustrie.

Warum das wichtig ist

Die Naibbe-Chiffre gibt die Eigenschaften des Manuskripts nicht vollständig wieder, ist aber die erste Substitutions-Chiffre, die systematisch erklärt, wie ein Chiffretext Latein oder Italienisch in etwas umwandeln könnte, das dem Voynich-Text ähnelt. Dies unterstreicht die Realisierbarkeit der Chiffretext-Hypothese, was bedeutet, dass das Manuskript könnte eine versteckte Botschaft in einer Sprache enthalten, die wir bereits kennen.

„Die bloße Existenz der Naibbe-Chiffre legt nahe, dass das Voynich-Manuskript möglicherweise mit einem lateinischen oder romanischen Chiffretext vereinbar ist.“

Die im November 2025 in Cryptologia veröffentlichte Studie fordert weitere rechnerische Analysen. Das Geheimnis des Voynich-Manuskripts bleibt ungelöst, aber diese neue Chiffre bietet einen neuen Weg zur Entschlüsselung eines der beständigsten Rätsel der Geschichte.

Letztendlich können die Geheimnisse des Manuskripts durch beharrliches Studium geklärt werden und das leise Gemurmel eines jahrhundertealten Mysteriums in eine klare, entzifferbare Harmonie verwandeln.

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