Zwei Unternehmen, Arkisys und Odin Space, arbeiten zusammen, um eine spezielle Versicherung für Raumfahrzeuge gegen Kollisionen mit Weltraummüll anzubieten. Dies ist ein bedeutender Schritt zur Eindämmung der wachsenden Bedrohung durch Orbitalschrott, der sich mit Geschwindigkeiten fortbewegt, die hoch genug sind, um Satelliten selbst bei winzigen Einschlägen zu zerstören.
Das Problem des Weltraummülls
Weltraumschrott – darunter nicht mehr existierende Satelliten, Raketenteile und mikroskopisch kleine Fragmente – umkreist die Erde mit extrem hohen Geschwindigkeiten (ungefähr 4,5 bis 9,3 Meilen pro Sekunde). Selbst Partikel mit einer Größe von weniger als einem Zentimeter können aufgrund dieser Geschwindigkeiten katastrophale Schäden verursachen, was Kollisionen zu einem großen Risiko für einsatzbereite Raumfahrzeuge macht. Herkömmliche Versicherungsprämien decken häufig ganze Missionen ab, einschließlich des Austauschs von Satelliten, was für viele Betreiber unerschwinglich teuer sein kann.
Der neue Ansatz: Gezielte Kollisionsversicherung
Arkisys, ein in Kalifornien ansässiges Startup für On-Orbit-Dienste, arbeitet mit dem in London ansässigen Unternehmen Odin Space zusammen, um kollisionsspezifische Versicherungen anzubieten. Dieser neue Ansatz nutzt die fortschrittliche Trümmererkennungstechnologie von Odin Space, einschließlich seiner Nanosensoren, die wie eine „Black Box“ für Raumfahrzeuge fungieren. Diese Sensoren lokalisieren den genauen Zeitpunkt und Ort des Aufpralls und ermöglichen so die forensische Überprüfung von Schadensersatzansprüchen.
So funktioniert es: Von der Erkennung bis zur Verifizierung
Die bevorstehende Cutter-Mission von Arkisys wird die Sensoren von Odin Space tragen und so seine Fähigkeit verbessern, Bedrohungen durch Trümmer zu erkennen und zu überwachen. Die Nanosensoren werden im Falle einer Kollision überprüfbare Daten liefern und so den Versicherungsanspruchsprozess rationalisieren. Dies unterscheidet sich von aktuellen Systemen, die häufig auf eine breitere Missionsabdeckung angewiesen sind und bei bestimmten Vorfällen im Zusammenhang mit Trümmern weniger effizient sein können.
Implikationen für die Weltraumwirtschaft
Es wird erwartet, dass diese Partnerschaft die finanziellen Hürden für den Betrieb im Weltraum senkt, insbesondere für Unternehmen, die an der aufstrebenden Weltraumwirtschaft beteiligt sind. Die Verfügbarkeit erschwinglicher, gezielter Versicherungen wird mehr Unternehmen dazu ermutigen, kommerzielle Innovationen im Orbit zu entwickeln, ohne das volle Risiko von Trümmereinschlägen tragen zu müssen.
„Wir betrachten diese Partnerschaft als einen der Schlüsselfaktoren für die neue Kreislaufwirtschaft im Weltraum, um Tausenden von Neukunden die Entwicklung neuer kommerzieller Innovationen im Weltraum zu ermöglichen“, sagt David Barnhart, CEO von Arkisys.
Jenseits der Versicherung: Das Unauffindbare aufspüren
Odin Space konzentriert sich auch auf die Verfolgung und Kartierung von Trümmern im Subzentimeterbereich, die zu klein sind, als dass bodengestütztes Radar sie erkennen könnte. Das Unternehmen hat sich kürzlich eine Anschubfinanzierung in Höhe von 3 Millionen US-Dollar für den Ausbau seiner Nanosensor- und Scout-Satellitennetzwerke gesichert und damit seine Fähigkeit zur Überwachung dieser bisher unsichtbaren Bedrohungen weiter verbessert.
Diese Zusammenarbeit zwischen Arkisys und Odin Space stellt einen entscheidenden Schritt hin zu einer nachhaltigeren Weltraumumgebung dar, in der Risiken besser quantifiziert werden, Versicherungen leichter zugänglich sind und kommerzielle Innovationen gedeihen können, ohne durch die allgegenwärtige Gefahr von Trümmern im Orbit erstickt zu werden.
