Archäologische Ausgrabungen auf einem mittelalterlichen Friedhof in Wales liefern wichtige neue Beweise dafür, dass der Ort als frühe religiöse Gemeinschaft ausschließlich für Frauen diente. Zu den Funden, die in den letzten vier Jahren in der Nähe von Fonmon Castle entdeckt wurden, gehören Skelettreste, Haushaltsgegenstände und mögliche strukturelle Überreste eines kleinen Gebäudes.

Die ungewöhnliche Grabstätte

Bisher haben Archäologen 58 Skelette aus dem 6. oder 7. Jahrhundert ausgegraben. Das Besondere an dieser Stätte ist, dass die überwiegende Mehrheit der Überreste von Frauen stammt. Die Leichen wurden in flachen Gräbern begraben, die in den Kalksteinfelsen gehauen waren, wobei materielle Besitztümer trotz der Strapazen ihres Lebens auf ein gewisses Maß an Reichtum und Luxus schließen ließen. Dies wirft Fragen zu ihrem sozialen Status und ihrer Rolle im frühen Mittelalter auf.

Ein potenzieller Schrein oder eine Kapelle

Die jüngste Ausgrabung brachte die Umrisse eines vermutlich kleinen Gebäudes zutage, möglicherweise eines Schreins oder einer Kapelle. Dr. Andy Seaman von der Universität Cardiff, der die Ausgrabung leitete, erklärte: „Wir legen Fragmente von Bausteinen frei … das könnte struktureller Natur sein. Es handelt sich um einen äußerst begehrten Ort für Bestattungen, wie die Tatsache zeigt, dass einige Gräber mehrere Beisetzungen enthalten.“

Die Ansammlung von Gräbern rund um dieses potenzielle Bauwerk lässt darauf schließen, dass es sich um ein zentrales Element des Friedhofs handelte und die dort begrabenen Frauen möglicherweise die Nähe dazu gesucht haben. Die Praxis, sterbliche Überreste erneut zu begraben, um Platz zu schaffen, deutet auf den starken Wunsch hin, in der Nähe dieses heiligen Ortes beigesetzt zu werden.

Artefakte weisen auf das tägliche Leben hin

Über die Skelettreste hinaus hat die Stätte eine Reihe von Artefakten hervorgebracht. Dazu gehören eine verzierte Kupferbrosche (möglicherweise mit Gold vergoldet), eine Knochennadel mit aufwendigen Schnitzereien, ein Kamm aus Geweih und exquisite mehrfarbige Glasperlen. Der Fund eines Mahlsteins zum Mahlen von Mehl, Töpferwaren und Glas legt nahe, dass die Frauen nicht nur hier begraben wurden, sondern auch in unmittelbarer Nähe des Friedhofs lebten. Dr. Seaman glaubt, dass diese Gemeinschaft wahrscheinlich abgegrenzt und von der Gesellschaft insgesamt getrennt war.

Bleibende Geheimnisse

Während die neuen Erkenntnisse auf eine frühe weibliche Religionsgemeinschaft hinweisen, bleiben Fragen offen. Eine kleine Anzahl männlicher und kindlicher Skelette wurde freigelegt. Ihre Beziehung zu den dort begrabenen Frauen bleibt unbekannt. Beunruhigenderweise wurden zwei Frauen mit gefesselten Händen und Füßen in einem Graben gefunden, was auf Gewalt oder Bestrafung hindeutete.

Die Ergebnisse dieser Website verändern unser Verständnis frühmittelalterlicher religiöser Praktiken und Geschlechterrollen in Wales. Auch wenn weitere Untersuchungen erforderlich sind, deuten die Beweise auf eine bewusste, isolierte Gemeinschaft von Frauen mit Zugang zu Reichtum und Status hin.

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