Ein neu entdeckter Asteroid mit der Bezeichnung 2025 MN45 bricht bisherige Rekorde in der Rotationsgeschwindigkeit. Der Weltraumfelsen vollführt in nur 112 Sekunden eine vollständige Drehung – schneller als jeder bisher beobachtete Asteroid seiner Größe. Diese Entdeckung, ermöglicht durch das Vera C. Rubin-Observatorium in Chile, liefert entscheidende neue Einblicke in die Zusammensetzung von Asteroiden und die frühe Geschichte unseres Sonnensystems.
Beispiellose Rotationsgeschwindigkeit
Bemerkenswert ist die schnelle Rotationsperiode des Asteroiden. Die bisherigen Rekordhalter wechselten in etwa 30 Minuten bis zu einer Stunde. 2025 MN45 dreht sich mehr als 30-mal schneller als diese, was ihn zu einem herausragenden unter den bekannten Asteroiden macht, die breiter als 500 Meter sind. Astronomen glauben, dass seine strukturelle Integrität davon abhängt, dass es sich um festes Gestein handelt, andernfalls würde es unter solch extremen Zentrifugalkräften zerfallen.
Die Rolle des Vera C. Rubin Observatoriums
Dieser Durchbruch wird größtenteils dem Rubin-Observatorium zugeschrieben, das über einen Zeitraum von 10 Jahren alle paar Nächte systematisch den gesamten Südhimmel aufnimmt. Diese beispiellose Beobachtungsfähigkeit ermöglichte es Wissenschaftlern, die Rotationsperioden Tausender bisher ungesehener Asteroiden zu identifizieren und zu messen. Der im Juni veröffentlichte erste Datensatz enthielt über 2.100 Objekte des Sonnensystems, von denen 90 % völlig neue Entdeckungen waren.
Warum die Drehzahl wichtig ist
Bei der Messung der Asteroidenrotation geht es nicht nur um Geschwindigkeit; Es enthüllt wichtige Informationen über ihre interne Struktur. Eine schnellere Rotation impliziert einen größeren strukturellen Zusammenhalt. Die meisten großen Asteroiden sind lose zusammengebundene „Trümmerhaufen“, die bei zu schneller Drehung auseinanderbrechen würden. Die Tatsache, dass 2025 MN45 und ähnliche Modelle ihre Integrität auch bei hohen Geschwindigkeiten bewahren können, deutet darauf hin, dass sie aus dichtem, festem Material wie Gestein oder Ton bestehen.
Implikationen für die Geschichte des Sonnensystems
Sechzehn der von Rubin entdeckten Asteroiden weisen unerwartet hohe Rotationsraten auf, darunter drei, die schneller als einmal alle fünf Minuten rotieren. Dies deutet darauf hin, dass es im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter möglicherweise eine große Population solcher „schnellen Spinner“ gibt. Bei diesen Asteroiden handelt es sich möglicherweise um Fragmente größerer Mutterkörper, die bei Kollisionen in der Antike zerschmettert wurden und unberührtes Material aus dem frühen Sonnensystem erhalten haben.
„Rotationsgeschwindigkeiten sind eine der einzigen Möglichkeiten, etwas über die innere Stärke, Zusammensetzung und Kollisionsgeschichte von Asteroiden zu erfahren“, erklärt die Astronomin Sarah Greenstreet und unterstreicht den Wert dieser Forschung.
Letztendlich wird das Verständnis der Vielfalt von Asteroiden wie 2025 MN45 den Astronomen helfen, die chaotischen Ereignisse zu rekonstruieren, die unser Sonnensystem vor Milliarden von Jahren geformt haben. Die fortlaufenden Beobachtungen des Rubin-Observatoriums werden zweifellos weitere dieser faszinierenden Objekte aufdecken und unser Verständnis der Himmelskörper vertiefen, die unsere Sonne umkreisen.






















