Die NASA hat die mit Spannung erwartete Artemis-II-Mission, die Astronauten um den Mond und zurück schicken soll, um mindestens einen Monat verschoben. Die Verschiebung erfolgte, nachdem Ingenieure bei einem kritischen „Wet General Rehearsal“-Test der Space Launch System (SLS)-Rakete im Kennedy Space Center in Florida Wasserstofflecks festgestellt hatten.
Tests zeigen wiederkehrende Probleme
Während der zweitägigen Simulation der Startvorgänge stellten die Teams austretenden Wasserstoffbrennstoff und ein Problem mit einem Ventil an der Orion-Kapsel fest – dem Raumschiff, in dem vier Astronauten während der zehntägigen Mission leben und arbeiten werden. Die NASA gab an, dass die Ingenieure während der Tests „mehrere Herausforderungen“ gemeistert hätten, bevor sie jedoch fortfahren könnten, müssten die gesammelten Daten noch einmal überprüft werden.
Dies ist nicht das erste Mal, dass Wasserstofflecks die neue Schwerlastrakete der NASA beeinträchtigen. Auch bei der unbemannten Artemis-I-Mission im Jahr 2022 traten bei Vorflugkontrollen ähnliche Probleme auf. Obwohl das SLS leistungsstark ist, scheint es empfindlich auf die extreme Kälte und den Druck seiner kryogenen Treibstoffe zu reagieren.
Auswirkungen auf die Besatzung und historische Bedeutung
Die Verzögerung ist ein Rückschlag für die Besatzung der Artemis II, die bereits vor der Mission fast zwei Wochen in Quarantäne verbracht hat, um Krankheiten vorzubeugen. Diese Mission hat erhebliches Gewicht:
* Christina Koch und Victor Glover sollen die erste Frau bzw. der erste farbige Mensch sein, die sich über die erdnahe Umlaufbahn hinauswagen.
* Jeremy Hansen, ein kanadischer Astronaut, würde der erste Nicht-Amerikaner sein, der in die Nähe des Mondes reiste.
Die Mission selbst ist ein Meilenstein und stellt den ersten bemannten Mondvorbeiflug seit Apollo 17 im Jahr 1972 dar. Artemis II ist ein Sprungbrett auf dem Weg zu Artemis III, deren Ziel es ist, Astronauten in der Nähe des Mondsüdpols zu landen. Das langfristige Ziel der NASA besteht darin, eine dauerhafte menschliche Präsenz auf dem Mond zu etablieren, ihre Ressourcen zu nutzen und sich auf zukünftige Missionen zum Mars vorzubereiten.
Was kommt als nächstes?
Die NASA hat noch keinen neuen Starttermin festgelegt, deutete jedoch an, dass dieser voraussichtlich irgendwann im März liegen würde. Die Besatzung wird etwa zwei Wochen vor dem nächsten Startversuch erneut unter Quarantäne gestellt. Die Agentur identifizierte zuvor mehrere potenzielle Startfenster zwischen Februar und Ende April.
Die wiederholten Probleme mit Wasserstofflecks verdeutlichen die Herausforderungen beim Einsatz kryogener Treibstoffe für Weltraummissionen. Die Lösung dieser Probleme ist für das ehrgeizige Artemis-Programm der NASA und ihr Ziel einer nachhaltigen Monderkundung von entscheidender Bedeutung.
Die Verzögerung von Artemis II ist eine Erinnerung daran, dass komplexe technische Systeme auch bei jahrzehntelanger Erfahrung in der Raumfahrt immer noch unerwartete Hürden darstellen können. Die kontinuierlichen Tests und Verbesserungen des SLS durch die NASA werden für die Gewährleistung der Sicherheit der Besatzung und des Missionserfolgs von entscheidender Bedeutung sein.

























