China treibt sein Raumfahrtprogramm mit der Entwicklung von Qingzhou voran, einem Frachtraumschiff der nächsten Generation, das seine Raumstation Tiangong effizient mit Nachschub versorgen soll. Dieses neue Fahrzeug stellt einen Wandel hin zu einer agileren und kostengünstigeren Orbitallogistik dar, da China plant, mindestens für das nächste Jahrzehnt eine dauerhafte menschliche Präsenz im Weltraum aufrechtzuerhalten.
Der Bedarf an zusätzlicher Frachtkapazität
Die Tiangong-Station, die 2022 fertiggestellt wird, erfordert einen stetigen Fluss an Vorräten, Ausrüstung und experimenteller Nutzlast. Chinas bestehende Raumsonde Tianzhou wickelt diese Lieferungen derzeit ab, aber das Qingzhou-Projekt zielt darauf ab, diese Fähigkeit durch eine kleinere, leichtere und möglicherweise günstigere Alternative zu ergänzen. Die Erweiterung von Tiangong über die derzeitige Struktur mit drei Modulen hinaus erfordert flexiblere Nachschuboptionen. Dies stellt sicher, dass die Station voll betriebsbereit bleibt und in der Lage ist, Langzeitmissionen zu unterstützen.
Qingzhous wichtigste Spezifikationen
Der Qingzhou-Prototyp wurde von der Innovation Academy for Microsatellites der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (IAMCAS) entwickelt und hat einen Durchmesser von etwa 3,3 Metern und eine Startmasse von etwa 5.000 Kilogramm. Es kann bis zu 1.800 Kilogramm Fracht in die Umlaufbahn befördern.
Das Design des Raumfahrzeugs zeichnet sich durch eine einzigartige Hybridstruktur aus:
- Ein Druckmodul für wichtige Besatzungsvorräte und empfindliche wissenschaftliche Instrumente.
- Ein druckloser Achterbereich für externe Nutzlasten und Experimente, die direkt dem Weltraum ausgesetzt sind.
Diese Kombination erhöht die Vielseitigkeit und ermöglicht sowohl die interne Stationsunterstützung als auch externe Forschungsmöglichkeiten.
Entwicklungszeitplan und Startpläne
Laut einem aktuellen Bericht von China Central Television (CCTV) hat die Raumsonde Qingzhou kürzlich ihre Designprüfung bestanden und ist in die erste Fertigung eingetreten. Der stellvertretende Chefdesigner Wu Huiying bestätigte, dass die Tests gut voranschreiten:
„Wir haben jetzt groß angelegte Experimente durchgeführt … Die Testergebnisse sind insgesamt recht gut.“
Die vollständige Produktion der technischen Modelle soll Anfang 2026 beginnen und bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Der Erstflug wird auf der Grundlage der betrieblichen Anforderungen von Tiangong geplant.
Ursprüngliche Pläne sahen den Start des ersten Prototyps zum Jungfernflug der kommerziellen Rakete Kinetica-2 von CAS Space vor, doch Berichten zufolge bereitet sich CAS Space nun unabhängig vom Weltraumbahnhof Jiuquan auf diesen Start vor.
Auswirkungen auf Chinas Raumfahrtprogramm
Die Raumsonde Qingzhou ist mehr als nur ein Frachtliefersystem; Es zeigt Chinas Engagement für eine nachhaltige Weltraumforschung und seine wachsende Unabhängigkeit in der Orbitallogistik. Durch die Diversifizierung seiner Nachschuboptionen stärkt China seine Fähigkeit, die Tiangong-Station auch in den kommenden Jahren zuverlässig zu betreiben und schafft gleichzeitig Möglichkeiten für den schnellen Einsatz neuer Technologien und Experimente. Die Entwicklung signalisiert einen strategischen Schritt, um die langfristige Lebensfähigkeit im erdnahen Orbit sicherzustellen.
