Ein ungewöhnliches Insekt weitet sein Verbreitungsgebiet in ganz Nordamerika rasch aus: die Ulmen-Zickzack-Sägewespe, eine Wespenart, die sich ohne Männchen fortpflanzen kann. Dieser im Jahr 2020 erstmals entdeckte Schädling ist bereits in 15 US-Bundesstaaten, von New Hampshire bis North Carolina, verbreitet und zeigt keine Anzeichen einer Verlangsamung. Die einzigartige Fortpflanzungsstrategie und Anpassungsfähigkeit dieser Art stellen eine wachsende Bedrohung für Ulmen dar – und mittlerweile möglicherweise auch für andere Arten.
Eine rein weibliche Invasion
Die Ulmenblattwespe (Aproceros leucopoda ) ist keine Fliege, sondern eine in Ostasien heimische Wespenart. Was ihn auszeichnet, ist seine Fähigkeit, sich durch thelytoköse Parthenogenese zu vermehren: Weibchen legen unbefruchtete Eier, aus denen sich nur weitere Weibchen entwickeln. Dies bedeutet, dass eine einzelne Wespe eine neue Population aufbauen kann, ohne einen Partner zu benötigen, was sie bei der Ausbreitung außerordentlich effizient macht. In nordamerikanischen Populationen wurden noch nie Männchen beobachtet.
Diese Fortpflanzungsmethode erklärt die alarmierende Geschwindigkeit seiner Ausbreitung. Die Blattwespe hat sich in etwas mehr als fünf Jahren über ein riesiges geografisches Gebiet ausgebreitet, wird von Fahrzeugen mitgenommen und gelangt möglicherweise versteckt in Pflanzenlieferungen nach Nordamerika.
Beyond Elms: Ein sich veränderndes Wirtsspektrum
Die Blattwespen ernähren sich ursprünglich von Ulmen und zeichnen sich durch das Einritzen markanter Zickzackmuster in die Blätter aus. Während die Larven zunächst nur als ästhetischer Schaden angesehen wurden, können sie ganze Bäume entlauben, wodurch sie geschwächt und anfällig werden.
Jüngste Forschungsergebnisse zeigen, dass die Sägewespe ihre Nahrungspalette um japanische Zelkova-Bäume erweitert, einen nahen Verwandten der Ulmen, die oft als Ersatz für Bäume gepflanzt werden, die durch die Ulmenkrankheit gestorben sind. Dies ist von Bedeutung, da die Zelkova-Blüte im Frühjahr früher austreiben und der Blattwespe eine alternative Nahrungsquelle bieten, wenn die Ulmen noch ruhen. Dieses erweiterte Wirtsspektrum könnte seine Ausbreitung beschleunigen und die Ausrottung erschweren.
Menschengestützte Verbreitung
Die schnelle Ausbreitung der Blattwespe ist nicht nur auf ihre Fortpflanzungsstrategie zurückzuführen. Forscher haben Kokons an LKW-Spiegeln und Radkästen gefunden, was darauf hindeutet, dass der menschliche Transport ein wesentlicher Faktor für die Verbreitung ist. Dies bedeutet, dass selbst routinemäßige Reisen den Schädling Hunderte von Kilometern über sein natürliches Verbreitungsgebiet hinaus verbreiten können.
Unsicherheit und Reaktion
Die Schwere der Auswirkungen der Blattwespe auf Ulmen bleibt unklar. In einigen Gebieten verursacht es nur geringfügige Schäden, während es in anderen zu einer nahezu vollständigen Entlaubung führt. Forscher wissen noch nicht, ob diese Variation mit der Baumart, Umweltfaktoren oder der Genetik der Blattwespe zusammenhängt.
Entomologen testen derzeit Pestizidbehandlungen, um den Schaden zu mildern. Vorläufige Ergebnisse sind vielversprechend, es sind jedoch weitere Untersuchungen erforderlich. In der Zwischenzeit empfehlen Experten, Fahrzeuge auf Kokons zu überprüfen, bevor sie befallene Gebiete verlassen, und etwaige Zickzackmuster in Ulmenblättern den örtlichen Beratungsbüros zu melden.
Die aggressive Ausbreitung der Ulmenblattwespe unterstreicht die Herausforderungen des Managements invasiver Arten. Seine einzigartige Fortpflanzungsstrategie in Kombination mit der vom Menschen unterstützten Ausbreitung macht ihn zu einem gewaltigen Gegner für nordamerikanische Ökosysteme. Da der Schädling sein Verbreitungsgebiet immer weiter ausdehnt, werden das Verständnis seines Verhaltens und die Entwicklung wirksamer Bekämpfungsmaßnahmen für den Schutz gefährdeter Baumbestände von entscheidender Bedeutung sein.























