Die Artenvielfalt auf der Welt schrumpft in besorgniserregendem Tempo. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 150 Arten täglich verloren gehen. Dabei geht es nicht nur um die Aussterbezahlen; es ist eine Veränderung dessen, was* überlebt. Zunehmend breiten sich anpassungsfähige „generalistische“ Arten – solche, die in vom Menschen veränderten Landschaften gedeihen – aus, während spezialisierte Lebewesen verschwinden. Einige Wissenschaftler nennen diesen Trend das „Homogenozän“, eine Ära, in der die Tierwelt immer einheitlicher wird.
Die historischen Wurzeln des Verlusts der biologischen Vielfalt
Das Homogenozän ist kein neues Phänomen. Es begann vor Zehntausenden von Jahren, als der Mensch erstmals große Säugetiere wie Mammuts durch die Jagd ausrottete. Dieses Muster setzte sich fort, als die menschliche Bevölkerung wuchs und begann, den Planeten umzugestalten:
- Landrodungen für Landwirtschaft und Urbanisierung zerstören Lebensräume.
- Eingeführte Arten verdrängen einheimische Wildtiere. Beispielsweise dezimierten Mungos, die im 19. Jahrhundert nach Fidschi gebracht wurden, die flugunfähige Fidschi-Barrenralle.
- Der Klimawandel beschleunigt diese Auswirkungen, wie man am Absterben von Korallenriffen aufgrund wärmerer Gewässer beobachten kann.
Warum das wichtig ist
Der Verlust der Artenvielfalt ist nicht nur ein Umweltproblem; es wirkt sich auf die Stabilität und Widerstandsfähigkeit des Ökosystems aus. Spezialisierte Arten spielen in ihrer Umwelt eine einzigartige Rolle und ihr Verschwinden schwächt das Gesamtsystem. Generalisten sind zwar anpassungsfähig, können diese Lücken jedoch nicht immer schließen, was zu Kaskadeneffekten führt.
Das Homogenozän wirft Fragen über die Zukunft der Tierwelt auf. Je einfacher Ökosysteme werden, desto anfälliger für Störungen. Dieser Trend deutet darauf hin, dass die Tierwelt des Planeten ohne nennenswerte Eingriffe weiterhin zu einer kleineren Gruppe äußerst anpassungsfähiger Arten zusammenwachsen wird.
Im Wesentlichen führt menschliches Handeln aktiv dazu, die Fauna und Flora der Welt in einen einheitlicheren Zustand umzugestalten. Diese Homogenisierung verringert den biologischen Reichtum des Planeten und erhöht seine Anfälligkeit für zukünftige Umweltveränderungen.
