Die bevorstehende Mondmission Artemis 2 bietet in Verbindung mit dem Women’s History Month einen passenden Hintergrund für die Veröffentlichung von „Spacewoman“, einem neuen Dokumentarfilm, der die bahnbrechende Karriere der Astronautin Oberst Eileen M. Collins feiert. Der von Hannah Berryman inszenierte Film basiert auf Collins‘ Memoiren „Through the Glass Ceiling to the Stars“ aus dem Jahr 2021 und schildert ihre Reise von den bescheidenen Anfängen bis hin zur ersten Frau, die ein Space Shuttle steuerte und kommandierte.

Barrieren in der Raumfahrt überwinden

Collins schied 2006 aus der NASA aus, nachdem er über 6.751 Flugstunden in 30 verschiedenen Flugzeugen und 872 Stunden im Weltraum absolviert hatte. In ihrer Geschichte geht es nicht nur darum, Meilensteine ​​zu erreichen; Es geht darum, systemische Hindernisse zu überwinden. Berryman betont, dass Collins‘ Aufstieg nicht vorherbestimmt war, was ihre Erzählung fesselnder macht.

„Wenn es sich wie ein unkomplizierter Weg angefühlt hätte, wäre die Geschichte weniger interessant gewesen. Weil Eileen nicht den einfachsten Hintergrund hatte, war es das, was mich anzog.“

Der Dokumentarfilm konzentriert sich auf das menschliche Element ihrer Leistungen, insbesondere auf Collins‘ Rolle bei der ersten Mission nach der Columbia-Katastrophe, was ihrer ohnehin schon außergewöhnlichen Karriere dramatisches Gewicht verleiht.

Eine widerstrebende Ikone

Trotz ihrer Erfolge beschreibt Collins sich selbst als von Natur aus schüchtern und desinteressiert an Eigenwerbung. Sie wollte einfach fliegen, die Gegend erkunden und ihren Job gut machen. Der Dokumentarfilm entstand aus einer unerwarteten Gelegenheit während der Pandemie 2020, als sie schließlich zustimmte, Co-Autorin ihrer Memoiren zu sein.

„Ich hatte nicht die Absicht, ein Buch zu schreiben. Dann kam die Pandemie und ich hatte nichts anderes zu tun, als herumzusitzen und zu skypen. Schließlich rief ich meinen Co-Autor an und sagte: ‚Okay, lass uns das machen.‘“

Auch nach der Veröffentlichung ihrer Memoiren widersetzte sich Collins zunächst der Idee eines Dokumentarfilms, weil sie ihr Privatleben ans Licht bringen wollte. Schließlich stimmte sie jedoch zu, da sie erkannte, welche potenzielle Wirkung das Teilen ihrer Geschichte haben könnte.

Vom Piloten zum Kommandanten

Collins schrieb erstmals 1995 Geschichte als Pilot der STS-63 an Bord der Discovery. Später steuerte sie Atlantis 1997 auf STS-84 und koppelte an die russische Raumstation MIR an. 1999 wurde sie mit STS-93 die erste weibliche Kommandantin eines US-Raumschiffs und setzte das Chandra-Röntgenobservatorium ein. Ihr letzter Flug im Jahr 2005, STS-114, war eine entscheidende „Return to Flight“-Mission nach der Columbia-Katastrophe.

Collins betont, wie wichtig es ist, unter Druck konzentriert zu bleiben, insbesondere bei ihren nächtlichen Landungen. Ihren Erfolg verdankt sie ihrer umfassenden Flugerfahrung, die sie bereits im Alter von 20 Jahren gesammelt hat.

Die menschliche Seite der Weltraumforschung

Berryman betont die Notwendigkeit, Collins nicht als makellose Ikone, sondern als komplexes Individuum mit Stärken und Schwächen darzustellen. Der Film vereint die Höhepunkte der Mission mit persönlichen Geschichten und betont die Opfer und Herausforderungen, denen sie als Ehefrau und Mutter gegenüberstand, als sie Barrieren im Weltraum durchbrach.

„Es war wirklich wichtig, diese menschliche Fehlbarkeit zu bewahren … wenn man wie der Rest von uns im Leben Herausforderungen hatte, ist das noch bewegender und beeindruckender.“

Der Dokumentarfilm verwendet Archivmaterial, alte VHS-Kassetten und Interviews mit Collins und ihrer Familie, um ein rohes und intimes Porträt zu erstellen. Eine kürzliche Vorführung auf der March Air Force Base erhielt stehende Ovationen, und viele Zuschauer lobten Collins‘ Tochter Bridget für ihre Beiträge zum Film.

Collins denkt über ihre Karriere nach und scherzt, dass es die beste Vorbereitung für das Kommando eines Space Shuttles sei, Mutter zu sein. Der Film erinnert daran, dass selbst die außergewöhnlichsten Errungenschaften auf alltäglichen menschlichen Erfahrungen beruhen.

„Spacewoman“ ist eine kraftvolle Hommage an eine Pionierin, die nicht nur gläserne Decken durchbrach, sondern auch neu definierte, was es bedeutet, nach den Sternen zu greifen.

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