Biber erweisen sich als überraschend wirksames und kostengünstiges Werkzeug zur Kohlenstoffbindung. Eine neue Studie zeigt, dass von Bibern geschaffene Feuchtgebiete als Netto-Kohlenstoffsenken fungieren und jährlich mehr Kohlenstoff absorbieren als sie abgeben. Diese Entdeckung hat erhebliche Auswirkungen auf die anhaltende Wiederansiedlung des Eurasischen Bibers in ganz Europa, wo er vor Jahrhunderten so stark gejagt wurde, dass er fast ausgestorben war. Wenn dieses Muster auch in anderen Regionen zutrifft, könnten diese Tiere eine entscheidende Rolle bei der Eindämmung des Klimawandels spielen, ohne dass teure technische Eingriffe erforderlich wären.
Wie Biber Kohlenstoff binden
Forscher untersuchten einen 0,8 Kilometer langen Bachabschnitt in der Schweiz, der seit 2010 durch Biberaktivitäten verändert wurde. Vor der Ankunft der Biber war das Gebiet größtenteils bewaldet. Durch den Dammbau der Biber wurden Bäume entfernt, wodurch das Blätterdach geöffnet und das Wachstum kleinerer Pflanzen gefördert wurde. Durch die Analyse von Wasserproben, Sedimentkernen und Pflanzenarten stellten Wissenschaftler fest, dass das Feuchtgebiet zwischen 108 und 146 Tonnen Kohlenstoff pro Jahr bindet – das entspricht 832–1.129 Barrel Öl. Dies entspricht einer Kompensation von 1,2 bis 1,8 Prozent der jährlichen CO2-Emissionen der Schweiz durch geeignete Überschwemmungsgebiete.
Das Team betont, dass dies nur ein Standort ist und die Kohlenstoffspeicherung unterschiedlich sein kann. Die Studie zeigt jedoch, wie die Arbeit mit natürlichen Prozessen wirtschaftlich sinnvoll sein kann, anstatt sich ausschließlich auf technische Lösungen zu verlassen.
Missverständnisse über Feuchtgebiete in Frage stellen
Die Studie stellt auch das weit verbreitete Missverständnis in Frage, dass Feuchtgebiete von Natur aus Kohlenstoffemittenten seien. Emily Fairfax, Professorin für Umweltgeographie an der University of Michigan, stellt fest, dass die Forschung zeigt, dass Biberteiche als dauerhafte Kohlenstoffsenken fungieren. Dies ist ein starkes Argument für die Wiederherstellung von Feuchtgebieten und widerspricht der Tendenz, Biber als ein Problem zu betrachten, das einer strengen Kontrolle bedarf.
„Diese Studie zeigt wirklich gut, dass wir nichts anderes tun müssen, als die Biber Biber sein zu lassen.“
Historische Auswirkungen und zukünftiges Potenzial
Biber waren einst sowohl in Europa als auch in Nordamerika weit verbreitet, wurden jedoch bis zur Ausrottung gejagt, wobei sie auch ihre kohlenstoffreichen Feuchtgebiete mitnahmen. Jetzt, da sich die Populationen erholen, wird ihre Rolle bei der Kohlenstoffbindung klarer. Während es aufgrund der unterschiedlichen Lebensraumbedingungen schwierig ist, das gesamte Kohlenstoffentfernungspotenzial durch großflächige Wiederherstellung abzuschätzen, deuten frühere Untersuchungen darauf hin, dass aktive Biberfeuchtgebiete in einigen Landschaften (wie dem Rocky Mountain National Park in Colorado) bis zu 23 % der gesamten Kohlenstoffspeicherung ausmachen können.
Wenn die Wiederherstellung des Biberbestands ernsthaft vorangetrieben würde, wären die daraus resultierenden Kohlenstoffzuwächse erheblich genug, um nicht ignoriert werden zu können. Darüber hinaus können gesunde Biberfeuchtgebiete die Feuerbeständigkeit erhöhen und so die Freisetzung von Kohlenstoff weiter verhindern. Wie ein Forscher witzelte: „Wenn Sie ein Problem haben, gibt es einen Biber dafür.“
Zusammenfassend stellen Biber eine übersehene natürliche Lösung zur Kohlenstoffbindung dar. Ihre Fähigkeit, mit minimalem menschlichen Eingriff dauerhafte Feuchtgebiete zu schaffen, bietet eine kostengünstige Möglichkeit, Klimaschutzbemühungen zu unterstützen, und beweist, dass manchmal die wirksamsten Instrumente bereits Teil des Ökosystems sind.

























